Was die Zahlen erzählen
Kostenlos heißt nicht kostenlos
Vier der sieben Träger werben mit einer kostenlosen Sperrmüllabholung.
Bezahlt wird sie trotzdem – nur eben von allen, über die jährliche
Abfallgrundgebühr. Braunschweig und Salzgitter gehen den anderen Weg und
rechnen verursachergerecht ab: Wer Sperrmüll anmeldet, zahlt, wer keinen
hat, zahlt nicht. Wer beide Modelle vergleichen will, muss also die
Grundgebühr mitrechnen und nicht nur den Abholpreis.
Die Preise kippen oberhalb von fünf Kubikmetern
Bis 5 m³ sieht Goslar mit 25 € günstiger aus als Salzgitter mit
40 €. Ab dem sechsten Kubikmeter dreht sich das Verhältnis komplett:
Goslar verlangt 63,74 € je weiterem Kubikmeter, Salzgitter 30 €,
Braunschweig umgerechnet 4 €. Genau in diesem Bereich liegen aber die
meisten realen Räumungen. Wer nur die erste Zeile einer Gebührentabelle
liest, vergleicht deshalb systematisch falsch.
Braunschweig ist die einzige echte Flatrate
Die 20 € je angefangene 5 m³ sind – auf den Kubikmeter gerechnet
– der mit Abstand niedrigste Satz der Region und kennen keine Obergrenze.
Dafür gibt es kein Freikontingent, keinen Express und keinen Zeitvorteil:
Vier bis sechs Wochen Vorlauf gelten auch für den, der zahlt.
Schnell geht fast nirgends
Nur zwei Träger bieten überhaupt eine bezahlte Beschleunigung an. Peine
holt binnen drei Werktagen ab (50 € je angefangene 4 m³), Goslar
binnen fünf Werktagen (98,45 € Aufschlag). Überall sonst gilt der
reguläre Vorlauf von zwei bis sechs Wochen – unabhängig davon, ob ein
Übergabetermin, ein Notartermin oder ein Mietvertrag daran hängt. Das ist
der Punkt, an dem die kommunale Entsorgung für viele schlicht nicht mehr
passt.
Keiner der Träger räumt aus
In allen sieben Gebieten muss der Sperrmüll bis 6:00 oder 6:30 Uhr am
Fahrbahnrand stehen. Das Heraustragen aus dem vierten Stock, das Zerlegen
von Schrankwänden und das Sortieren nach Fraktionen bleibt bei Ihnen. Zwei
Ausnahmen gegen Aufpreis: der Holdienst in Goslar (16,03 € je Stück,
maximal drei Stücke) und „Sperrmüll-Plus“ in Braunschweig (250 € bis
5 m³, gestaffelt bis 1.000 €).
Haushaltsauflösungen sind überall ausgeschlossen
Das ist die Regel, die am häufigsten übersehen wird. Komplette
Haushaltsauflösungen und lose Kleinteile in Säcken oder Kartons sind bei
keinem der sieben Träger Sperrmüll. Wer eine ganze Wohnung leert, kann die
kommunale Abholung höchstens für die großen Möbel nutzen – für den Rest
braucht es Selbstanlieferung oder einen
Entrümpelungsdienst.